Bienenzucht als Existenz in Kambodscha?

Der Ein oder Andere mag sich wundern, wenn er den Begriff Bienenzucht in Verbindung mit dem Land Kambodscha hört. Für viele Kambodschaner wurde er allerdings zur Existenz. Asiaten lieben den Honig und wissen schon seit langer Zeit, dass der süße Honig auch für die Gesundheit Vorteile bringt. In Thailand wird die Bienenzucht ebenfalls betrieben und das fertige Produkt vom Hersteller direkt an der Strasse verkauft. Die 0,75 Liter Flasche kostet um die 150,- Baht. Leider wird der Honig in Thailand oft mit Zuckerwasser gestreckt, um den Profit zu erhöhen.

 

Anfangs wurde das Bienenzucht Projekt in Kambodscha von der Gesellschaft fuer Technische Zusammenarbeit finanziert. Da die Kambodschaner so gut wie keine Ahnung von der Honig Gewinnung hatten, wurden sie durch Fachleute beraten. Heute hat der gewonnene Honig und der Wachs einen hohen qualitativen Standard erreicht. Zur Produktion werden nur einheimische Bienen verwand, auf die Einfuhr europäischer Bienenvölker wurde bewusst verzichtet. Da die Kosten niedrig gehalten werden müssen, wird versucht die Bienenzucht mit simplen Mitteln so effektiv wie möglich zu betreiben. Asiatische Bienen produzieren wesentlich weniger Honig und Wachs als zum Beispiel die europäischen. Für den Eigenbedarf wird die Bienenzucht in Kambodscha schon viele Jahre betrieben. Erklärtes Ziel ist es aber, mit der Bienenzucht einen Überschuss zu erwirtschaften und durch Marketing-Strategien zu einem guten Preis auf den Markt zu bringen.

 

Für Kambodschaner ist die Bienenzucht inzwischen zu einer Existenz geworden. Einige halten die Bienenvölker wie auch in Europa in der Nähe des Hauses. Andere “ernten” den Honig, den die Riesenhonigbiene produziert in den Wäldern des Landes. Dieser wird als Wildhonig bezeichnet. Wird er in der Trockenzeit gesammelt, ist er von sehr hoher Qualität und erzielt zur Freude der Einheimischen einen hohen Preis auf dem Markt. Durch illegales abholzen des Walds reduziert sich der Bienen Bestand ebenfalls drastisch. Es wird immer schwieriger für die Sammler neue Völker aufzuspüren, um den Honig und Wachs zu verwerten. Ein weiteres Problem ist, dass die Sammler die Larven zum Verzehr verkaufen, in Kambodscha gelten sie als Delikatesse. Dadurch wird logischerweise nicht mehr für den Nachwuchs gesorgt. Die verbliebenen Bienen suchen sich daraufhin ein neues Gebiet in dem sie siedeln können. Der Kreislauf beginnt von vorne. Bei der Bienenzucht in Kambodscha ist noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, um sie wirklich profitabel zu machen.

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