Der Buchhandel

Unter Pol Pots Schreckensherrschaft kam der Buchhandel in Kambodscha zum Erliegen. Die Bücher wurden vernichtet, die Schriftsteller wie viele andere Intellektuelle auch umgebracht. Inzwischen gibt es wieder Buch Verlage und eine Handvoll Schriftsteller. Ihre Werke werden veröffentlicht aber die Auswirkungen von damals sind noch deutlich spürbar. Öffentliche Bibliotheken verfügen kaum über Werke der getöteten Schriftsteller.

 

Etwa 80 Prozent des gesamten Bücher Bestandes in Kambodscha wurde von den Roten Khmer vernichtet. Von den 300 Schriftstellern 200 gnadenlos ermordet. Das Land ist noch immer im Aufbau begriffen, so fehlt es auch an Fachkräften im Verlagswesen. Da lange Zeit keine geeigneten Bücher zur Verfügung standen, sind die wenigsten heute an Lesestoff interessiert. Sie sehen lieber fern. So ist es für Schriftsteller und Verleger gleichermaßen schwer, genügend Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Der Buchhandel stagniert. Auch wird von den Politikern Einfluss auf das Geschriebene genommen. Wie im Internet gibt es eine Zensur. Wird Kritik an der Landes Politik geäußert kommt es zu massiven Drohungen gegen die Autoren. Ein weiteres Problem ist, viele Bücher sind nicht in der Landessprache dem Khmer geschrieben. Die gesamte Schul- und Kinder Buch Palette wird von der kambodschanischen Regierung gedruckt. So kann auch da Einfluss auf das Geschriebene genommen werden. Die Heranwachsenden werden mit der Vorstellung der Regierung über Politik “geimpft.”

 

Der Verkaufspreis für Bücher ist gering, die Auflagen klein. Der Gewinn durch den Verkauf deckt oft nicht die Kosten der Druckfarben und des Papiers. Die schlechte Infrastruktur in Kambodscha erschwert den Vertrieb, der Buchhandel kommt nur mühsam in Schwung. Durch gezielte Werbe Kampagnen in den letzten Jahren konnte der Umsatz leicht gesteigert werden. Im November letzten Jahres gab es nach vielen Jahren wieder eine Buchmesse im Land. Die Armut der Menschen spielte auch eine wesentliche Rolle. Logischerweise geben sie das wenige Geld das sie verdienen lieber für Dinge aus, die sie wirklich benötigen. Es wird noch Jahre dauern ehe der Buchhandel den Stellenwert in Kambodscha hat, den er früher inne hatte.

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