Großwildjagd im Nordosten?

Der Nordosten in Kambodscha ist ein letztes Stück Wildnis, in der Tiger, Elefanten und diverse Großwildarten beheimatet sind. Auch einige Bergstämme schätzen die Abgeschiedenheit jenseits aller Zivilisation. Nun will die Regierung dort zur Großwildjagd blasen lassen.

 

Um den Tourismus anzukurbeln, fasst die Regierung eine neue Idee ins Auge. Zahlungskräftige Touristen sollen in diesem Gebiet auf Großwild-Safari gehen. Die spanische Firma NSOK Safaris stellte bei der kambodschanischen Regierung einen entsprechenden Antrag. Eine Fläche von circa 100 000 Hektar soll dafür in den Provinzen Mondulbiri sowie Ratanabiri zur Verfügung gestellt werden. Ein Luxus Dschungelcamp mit sämtlichem Komfort soll das Gesamtbild abrunden.

 

30 Tierarten werden für die Jagd freigegeben, darunter Vögel, Hirsche und Wildschweine. Die Regierung glaubt, durch die kontrollierte Jagd die Wilderei der Einheimischen zu unterbinden oder zumindest einzuschränken. Diese verzehren das Fleisch und verkaufen die Felle und andere Trophäen für gutes Geld in das benachbarte Ausland. Geklärt werden muss noch ob in dieser Region Minengefahr für die Jäger besteht.

 

Tier- und Umweltschützer haben schon grösste Bedenken angemeldet. Das Gebiet sei durch das illegale Abholzen des Regenwalds schon stärk gefährdet und über den aktuellen Tierbestand sei wenig bekannt. Die Regierung weist solche Befürchtungen rigoros zurück. Wieder einmal werden wahrscheinlich die finanziellen Interessen die Oberhand gewinnen.

 

Wieder wird ein Stück unberührter Natur unrettbar verloren gehen und den wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen und Regierung weichen müssen. Andere Länder haben aus ihren Fehlern gelernt und betreiben mit grösstem finanziellen Aufwand Wiedergutmachung. Wälder werden aufgeforstet und die Tierwelt gehegt und gepflegt.

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