Kambodscha – Die Bambusbahn

Das Eisenbahnnetz in Kambodscha ist in einem katastrophalen Zustand und verfügt zudem nur über zwei Linien. Das Teilstück bis zur thailändischen Grenze, ist seit langem stillgelegt. Die andere Linie geht von der Hauptstadt Phnom Penh, bis an die Küste. Wenn überhaupt, fährt die Eisenbahn nur unregelmäßig. Aber die Kambodschaner sind erfinderisch, so kamen sie auf die Idee mit der Bambusbahn. Aus Motoren, Bambus und Schrott, wurde die Bambusbahn zusammengebaut.

 

Liebevoll nennen die Kambodschaner die Bambusbahn “Norry.” Inzwischen ist für sie die Bahn lebenswichtig geworden. Die Strassen sind nach wie vor schlecht, die Eisenbahn fährt so gut wie nie. Ohne die Bambusbahn wäre der Handel längst zum erliegen gekommen. Die Bahn wird in einer Grauzone betrieben, offiziell erlaubt ist sie nicht, aber auch nicht direkt verboten. Das machen die Kambodschaner sich zu Nutze. Transportiert wird einfach alles. Kinder nutzen sie für den Weg zur Schule und die restliche Bevölkerung, um längere Distanzen bequemer zu überbrücken.

 

Die wichtigste Rolle spielt die Bambusbahn allerdings für den Handel. Reis, Vieh, einfach alle Güter finden Platz auf der Bahn. Die Fahrer der Bahn arbeiten in Schichten, die Strecke wurde unter ihnen aufgeteilt und genaue Preise für die jeweilige Teilstrecke bestimmt. Die Bambusbahn ist nicht gerade schnell, dennoch gehen die Transporte auf den Geleisen schneller vonstatten, als auf den Strassen. Sollte die Eisenbahn wieder planmäßig fahren und die Transporte der Güter übernehmen, ist es mit der kuriosen Bambusbahn selbstverständlich vorbei.

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