Nun auch Mindestlohn in Kambodscha

Thailand machte es vor, nun zieht Kambodscha nach und gewährt zumindest den Textilarbeiterinnen einen Mindestlohn. In der Kritik ist die Textilbranche schon lange. Unzumutbare Arbeitsbedingungen, die Beschäftigten unterbezahlt. Umgerechnet 75,- USD sollen die Arbeiter nun erhalten. Die Textilindustrie beschäftigt überwiegend Frauen. Das Ministerium entschied, dass sie lächerliche 14,- Dollar mehr pro Monat gezahlt bekommen. Großzügigerweise erhalten sie weitere 5,- Dollar, um eventuelle Ausgaben für den Arztbesuch abzudecken. Für die meisten Krankheiten der Frauen ist die Arbeit mit hochgiftigen Chemikalien in den Fabriken verantwortlich. Die reinste Ironie!

 

Thailand wird die Anhebung des Mindestlohns wenig freuen. Viele Unternehmen wanderten erst kürzlich wegen der niedrigen Löhne nach Kambodscha ab. Unzufrieden über die geringe Anhebung des Lohns äußerte sich die Gewerkschaft. Durch die hohe Inflationsrate und die geringe Anhebung der Löhne werden die Lebensumstände der Arbeiter nicht verbessert. Nun  will die Gewerkschaft den Druck auf die internationalen Produzenten erhöhen. Sie fordern ein gerechtes Lohnsystem.

 

Überall in Asien ist die Bevölkerung mittlerweile unzufrieden über die gezahlten Löhne. Sie machen die ausländischen Hersteller dafür verantwortlich, die aus reiner Profitgier die Löhne niedrig halten. Die Gewinnspannen der Produzenten durch die Billiglöhne sind enorm. Unverständlich ist die Reaktion der kambodschanischen Regierung in Phnom Penh. Nur zögerlich ist sie bereit den Mindestlohn anzuheben. Hintergrund ist die Angst, renommierte Firmen könnten in anderen Ländern fertigen lassen. Bangladesch beispielsweise hat niedrigere Löhne und ist bereit zu denkbar schlechten Konditionen die Arbeiten zu übernehmen. Es wird noch lange dauern, ehe in Asien ein akzeptables und gerechtes Lohngefüge herrscht.

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