Stromversorgung ein Debakel

Trotz des blühenden Tourismus in Kambodscha hapert es mit der Stromversorgung der Bevölkerung. Fast 90 Prozent der erzeugten Energie werden von der Hauptstadt Phnom Penh verbraucht. Die Touristenorte Siem Reap und Sihanoukville schlucken einen weiteren Großteil der kostbaren Elektrizität. Leidtragende sind die Menschen auf dem Land. Von 15 Millionen Kambodschanern sind gerade einmal knapp 12 Millionen an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Die Stromversorgung ist ein Debakel.

 

Im direkten Vergleich zu seinen Nachbarländern zahlen die Kambodschaner den höchsten Strompreis der asiatischen Region. Die Regierung erkannte erst recht spät, dass die schlechte Stromversorgung die gesamte Entwicklung des Landes hemmt. Das soll sich ändern. Anfang diesen Jahres wurde in Kampot ein Wasserkraftwerk in Betrieb genommen und versorgt diese Region mit ausreichend Strom. In den folgenden Jahren sollen weitere Wasser – beziehungsweise Kohlekraftwerke errichtet werden. Die Regierung ist optimistisch, dass in circa 20 Jahren alle Ortschaften an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sein werden. Ehrgeizige Pläne um das Debakel der Stromversorgung aus der Welt zu schaffen.

 

Der Einsatz von Solarenergie scheint an den Kosten zu scheitern, obwohl sich diese Energiequelle geradezu anbietet. Ein Versuchsobjekt gibt es allerdings, es wurde von der Weltbank finanziert und ist ein voller Erfolg. Die Bevölkerung freut sich über die niedrigen Stromkosten. Mit den Gebühren für den Solarstrom wird das Darlehen der Weltbank abgezahlt. Warum nicht mehr solcher Projekte ins Leben gerufen werden, ist bei solch einem Erfolg unverständlich. Kambodschaner sind Fatalisten, so werden sie auf dem Land auch weiterhin ihre Fernsehgeräte mit Autobatterien betreiben. Mit dem Problem der mangelnden Stromversorgung werden die Kambodschaner also noch zwei Jahrzehnte leben müssen.

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