Zweijähriger Wunderheiler weckt falsche Hoffnungen

Die Kambodschaner sind vollkommen aus dem Häuschen. Ein zweijähriger “Knirps” wird von seiner Familie als Wunderheiler vermarktet. Der zweijährige soll über heilende Kräfte verfügen, jedenfalls behaupten das die Familienangehörigen. Auf die Idee, dass dadurch falsche Hoffnungen bei den Erkrankten geweckt werden könnten kommen sie scheinbar nicht. Im Vordergrund dürfte bei diesem Brimborium wieder einmal der schnöde Mammon stehen. Die Familie lässt sich seine Wunderheilungen gut bezahlen.

 

Der zweijährige heißt Kong Keng und hat sehr wahrscheinlich nicht die geringste Ahnung was die Aufregung um ihn herum bedeutet. Täglich reisen zahlreiche Kambodschaner zu dem kleinen Wunderheiler und erhoffen sich Linderung ihrer Krankheiten und Schmerzen. Blinde, Menschen im Rollstuhl und an Fieber erkrankte setzen ihre ganze Hoffnung auf die heilenden Kräfte des Jungen. So gelangte das Dorf Khnor, östlich von Phnom Penh gelegen, über Nacht zu zweifelhaftem Ruhm. Ob auf Lastwagen, mit dem Motorrad oder auf beschwerliche Art und Weise zu Fuß, die Hoffnung treibt die Menschen nach Khnor. Als sein Großvater ernstlich erkrankte, soll der Wunderheiler erstmals seine Kräfte angewandt haben. Dies behauptet jedenfalls seine Mutter. Ganz selbstlos bietet sie die Dienste des zweijährigen allerdings nicht an. Jedem Hilfesuchenden berechnet die geschäftstüchtige Mutter 4000,- Riehl. So kommt an einem Tag ein ansehnlicher Betrag zusammen.

Abzocke wird natürlich von Seiten der Familie bestritten. Auch falsche Hoffnungen würden nicht geweckt, da schon etliche Kambodschaner die Wirkungsstätte des Jungen geheilt verlassen hätten. Wer das Gesundheitssystem in Kambodscha kennt, kann die Hoffnung der Menschen verstehen. Krankenhäuser sind hoffnungslos überbelegt, Ärzte schlecht ausgebildet und Behandlungen sind für die meisten unerschwinglich. Sie können sich die ärztliche Versorgung einfach nicht leisten. Da fällt es leicht auf ein Wunder zu hoffen, seien die Erfolgsaussichten auch noch so gering. Mittlerweile verdient die gesamte Dorfgemeinschaft mit an dem Wunderkind. Schnell wurden Verkaufsstände errichtet, an denen allerhand Tand und Obst verkauft wird. Die Euphorie im Dorf wird sicherlich noch einige Zeit andauern. Dann werden die Menschen erkennen, dass sie sich falsche Hoffnungen machten und der Wunderheiler ein ganz normaler zweijähriger Junge ist.

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